ZMK-Leitliniendiskussionsgruppen

1. Gruppe Leitlinie "Behandlung endodontischer Schmerzfälle" (Mailing-Liste bei Yahoogroups). Die Erarbeitung des Leitlinientextes findet überwiegend in unserem ZMK-Wiki (www.zmk-wiki.de) statt.
(Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen! Zu den Anmeldemodalitäten)
Aktueller Stand der Leitlinie (noch nicht vorhanden)

Aufruf zur ZMK-Leitlinienerstellung an alle Interessierten

Wallenhorst, 16.8.2007

Die letzten "wissenschaftlichen Stellungnahmen" der DGZMK (www.dgzmk.de) zeigen, daß es so nicht weitergehen, ihnen das Feld nicht mehr alleine überlassen werden kann. Sie haben sich inhaltlich und formal in inakzeptabler Weise von aktueller Wissenschaft entfernt und spiegeln zu sehr die Vorurteile ihrer Ersteller. Versuche, innerhalb der DGZMK mit substantieller Kritik an einzelnen Leitlinien Gehör zu finden, sind mehrfach und über mehr als 2 Jahre gescheitert.

Es ist daher Zeit, daß alle Interessierten sich zusammenfinden, auf evidenzbasiertem Boden in einem internetbasierten (www.zmk-leitlinien.de), offenen, nachvollziehbaren Prozeß wissenschaftliche Leitlinen für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zu erarbeiten, die diesem Anspruch genügen können. Dabei soll sich, sofern möglich, weitgehend an der "Leitlinie für Leitlinien" der AWMF orientiert werden ("Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen, Medizinischen Fachgesellschaften", Stand Dez. 2004) sowie an der Literaturarbeit der Cochrane-Gesellschaft (http://www.cochrane.de).

Im Gegensatz zur DGZMK wird uns die Qualität der Leitlinien vor deren Quantität gehen. Das wird vermutlich bedeuten, daß sich zunächst nur einzelne Leitlinien exemplarisch ausarbeiten werden lassen. Wir halten das für ausreichend, um deutlich zu machen, wo im Vergleich die Schwächen der DGZMK-Stellungnahmen liegen. Wir hoffen, auf diese Weise die Fachöffentlichkeit wie die allgemeine Öffentlichkeit vor der unkritischen Annahme der wissenschaftlichen Stellungnahmen der DGZMK zu warnen. Wir hoffen weiterhin, damit auch längst überfällige, innere Reformen der DGZMK anstoßen zu können. Wir erinnern daran, daß es für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bereits 3 Leitlinien gibt, die im Verfahren der AWMF und nicht mehr dem der DGZMK erstellt worden sind.

Erstunterzeichner dieses Aufrufes:
Michael Logies, Zahnarzt, Große Straße 28, 49134 Wallenhorst, Initiator, www.zmk-leitlinien.de,
Joachim Wagner, Zahnarzt, Hardenbergstr. 56, 51373 Leverkusen,
Dr. Uwe Süßenberger, Am Ritterkeller 2-8, 61118 Bad Vilbel,
Dr. Daniel Haag, Zahnarzt, Sakrower Landstrasse 4, 14089 Berlin,
Dr. Bernd Mauer, Zahnarzt, Ludwigsplatz 4, 53859 Niederkassel,
Dr. Andreas Bien, Geilenkirchener Str. 349, 52134 Herzogenrath,
Dr. Günter Kau, Zahnarzt, M.Sc. in Healthcare Management, Weiherstr. 7, 66914 Waldmohr,
Dr. Dr. Rüdiger Osswald, Zahnarzt, Fritz-Hommel-Weg 4, 80805 München,
Christian Deppe, Zahnarzt, Rothenburg 51, 48143 Münster,
Dr. Lutz Riefenstahl, Zahnarzt, Breite Straße 2B, 31028 Gronau,
Dr. Jan Tobias Zimmermann, Zahnarzt, Sietwender Str. 60, 21706 Drochtersen,
Dr. Benno Jaspers, Culemannstr. 17, 33604 Bielefeld,
Dr. Henry Schneider, Master of Oral Medicine in Implantology, Zahnarzt, Direktor der St.-Josef-Klinik für zahnärztliche Implantologie, Rurstr. 47a, 52441 Linnich,
Peter Harnisch, Zahnarzt, Thomastraße 49, 704192 Stuttgart,
Dr. Claus Nordmeyer, Zahnarzt, Rischweg 3, 30559 Hannover,
Dr. Christian Korten, Zahnarzt, Eppinkstrasse 167, 46535 Dinslaken


Auf meinen Mailing-Listen habe ich (Michael Logies) auf Nachfrage noch etwas näher erläutert, was ich mir vorstelle (Stand: 23.8.2007):

"Im Kapitalismus ist die wirksamste Kritik das bessere Produkt: Also besser als das, was von der DGZMK kommt."

"ich lade den BVAZ gerne als Erstunterzeichner meines Aufrufes ein (und jeden anderen Teilnehmer hier u. andernorts auch). Ich wollte eine Teilnahme aber allen potentiellen Interessenten erleichtern. Manche von denen werden sich nicht unter das Dach des BVAZ begeben wollen, hätten aber vielleicht keine Probleme, einer offenen, privaten Initiative beizutreten."
(Der BVAZ hat bislang nicht als Verband unterschrieben, aber einige seiner Vorstandsmitglieder und auch angeboten, die Literaturbeschaffungskosten zu übernehmen.)

"Für mich ist ganz entscheidend, daß die Leitlinie in einem internetbasierten Verfahren erarbeitet wird. Präsenzveranstaltungen erreichen nebenbei, daß Praktiker ausgeschlossen werden, weil sie im Gegensatz zu Hochschullehrern nicht nach Lust u. Laune reisen können."

"> Auf der betreffenden Internetseite schreiben Sie u.a. "... Wir
> erinnern daran, daß es für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
> bereits 3 Leitlinien gibt, die im Verfahren der AWMF und nicht mehr
> dem der DGZMK erstellt worden sind. ..."

> Dies könnte den Eindruck erwecken, als stände die DGZMK dabei vor der
> Tür.

Nein, stand sie nicht. Aber sie konnte das Verfahren nicht mehr innerhalb der DGZMK halten, sondern mußte sich an die Spielregeln der AWMF halten, die mehr Beteiligung zu erlauben scheinen. Aber ich will hier die beiden Verfahren nicht vergleichen, weil mir die Insiderinformationen fehlen. Carsten Appel hat auf "Endonews" seine Beteiligung an einem AWMF-Verfahren zur WSR-Leitlinie geschildert. Da wurde mir jedenfalls deutlich, daß das AWMF-Verfahren (halb)öffentliche Kontroverse u. (halb)öffentliche Kompromißbildung bedeutet. Einzelne kommen da nicht mehr mit dem Kopf durch die Wand wie derzeit bei der DGZMK.

Mein Verweis auf AWMF u. Cochrane dient mehr dazu, den Geist zu kennzeichnen, in dem ich mir einen eigenen Leitlinienprozeß vorstelle. AWMF stützt sich ja auch noch auf Präsenzveranstaltungen, die ich vermeiden möchte. Der Geist heißt: Nachvollziehbar, offen für jeden vom Fach, kontinuierlicher Prozeß, methodisch systematisch u. qualitativ hochwertig.

Nur als offener Konsensprozeß, gegen den man inhaltlich später nicht viel einwenden kann, in den Kritiker frühzeitig durch Beteiligung eingebunden werden oder aber sich später den Vorwurf gefallen lassen müssen, warum sie denn nicht mitgemacht haben bzw. sich ab jetzt einbringen (kontinuierlicher Prozeß!), wird www.zmk-leitlinien.de Akzeptanz u. Anerkennung finden können."
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