ZMK-Leitliniendiskussionsgruppen
(Für Journalisten geht`s hier weiter.)

1. Gruppe Leitlinie "Behandlung endodontischer Schmerzfälle" (Mailing-Liste bei Yahoogroups). Die Erarbeitung des Leitlinientextes findet überwiegend in unserem ZMK-Wiki (www.zmk-wiki.de) statt.
(Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen! Zu den Anmeldemodalitäten)
Aktueller Stand der Leitlinie (noch nicht vorhanden)

Aufruf zur ZMK-Leitlinienerstellung an alle Interessierten

(Weiterverbreitung erbeten!)
(Zur Teilnahme an der Leitlinienerstellung: http://www.zmk-leitlinien.de/)

3.9.2007

Auch die neuesten "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" der DGZMK (www.dgzmk.de) sind nach wie vor nur Leitlinien auf dem niedrigsten Evidenzniveau, d.h. Meinungen einzelner Spezialisten, die nur sporadisch durch unsystematisch ermittelte, ausgewählte Literaturstellen belegt werden. Im Ergebnis bestätigen die "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" der DGZMK in der Regel nur die Behandlungsprotokolle ihrer Autoren und diskreditieren andere. Eine Konsensbildung unter allen von Leitlinien Betroffenen wird in den "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" - entgegen den Forderungen an einen modernen Leitlinienprozeß - nicht einmal erwogen. Die "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" der DGZMK sind damit heute inhaltlich und formal inakzeptabel.

Während der letzten zwei Jahre wurden mehrfach Versuche unternommen, innerhalb der DGZMK mit substantieller Kritik an einzelnen "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" Gehör zu finden. Trotz grundsätzlicher Zustimmung aus der DGZMK ist es nicht zu einer Korrektur einseitiger, fragwürdiger Stellungnahmen gekommen.

Den "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" kommt andererseits - auch nach eigenem Bekunden der DGZMK - immer größere Bedeutung in juristischen Auseinandersetzungen zu. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen (Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) und GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz(GKV-WSG)) besteht darüberhinaus die Gefahr, dass auf der Basis solcher, auf niedrigstem Evidenzniveau erstellten "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" Gruppenverträge zwischen Versicherungsgebern und interessierten Zahnärztegruppen abgeschlossen werden.

Es ist daher an der Zeit, evidenzbasiert in einem internetgestützten, offenen, nachvollziehbaren, konsensorientierten Prozeß aller fachlich Betroffenen Leitlinen für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zu erarbeiten, die heutigen Ansprüchen an Leitlinien genügen können.

Für die Entwicklung der Leitlinien stellt das Internet die sinnvollste Plattform dar (www.zmk-leitlinien.de), die verteiltes Arbeiten und die Teilnahme möglichst vieler Experten aus Praxis und Wissenschaft möglich macht.

Dabei soll sich, sofern möglich, weitgehend an der "Leitlinie für Leitlinien" der AWMF orientiert werden ("Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen, Medizinischen Fachgesellschaften", Stand Dez. 2004) sowie an der Literaturarbeit der Cochrane-Gesellschaft (http://www.cochrane.de).

Im Gegensatz zur DGZMK wird uns die Qualität der Leitlinien vor deren Quantität gehen. Das wird vermutlich bedeuten, dass sich zunächst nur einzelne Leitlinien exemplarisch ausarbeiten lassen werden. Wir halten das für ausreichend, um deutlich zu machen, wo im Vergleich die Schwächen der DGZMK-Stellungnahmen liegen. Wir hoffen, auf diese Weise die Fachöffentlichkeit wie die allgemeine Öffentlichkeit vor der unkritischen Annahme der "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" der DGZMK zu warnen. Wir hoffen weiterhin, damit auch längst überfällige innere Reformen der DGZMK anstoßen zu können. Wir erinnern daran, dass es für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bereits drei Leitlinien gibt, die im Verfahren der AWMF und nicht mehr dem der DGZMK erstellt worden sind.

Auch und gerade die bisherigen Autoren der "Wissenschaftlichen Stellungnahmen" sind hiermit zur gemeinsamen Leitlinienerarbeitung eingeladen.

Erstunterzeichner dieses Aufrufes:

Michael Logies, Zahnarzt, Große Straße 28, 49134 Wallenhorst, Initiator, www.zmk-leitlinien.de,
Joachim Wagner, Zahnarzt, Hardenbergstr. 56, 51373 Leverkusen,
Dr. Uwe Süßenberger, Am Ritterkeller 2-8, 61118 Bad Vilbel,
Dr. Daniel Haag, Zahnarzt, Sakrower Landstrasse 4, 14089 Berlin,
Dr. Bernd Mauer, Zahnarzt, Ludwigsplatz 4, 53859 Niederkassel,
Dr. Andreas Bien, Geilenkirchener Str. 349, 52134 Herzogenrath,
Dr. Günter Kau, Zahnarzt, M.Sc. in Healthcare Management, Weiherstr. 7, 66914 Waldmohr,
Dr. Dr. Rüdiger Osswald, Zahnarzt, Fritz-Hommel-Weg 4, 80805 München,
Christian Deppe, Zahnarzt, Rothenburg 51, 48143 Münster,
Dr. Lutz Riefenstahl, Zahnarzt, Breite Straße 2B, 31028 Gronau,
Dr. Jan Tobias Zimmermann, Zahnarzt, Sietwender Str. 60, 21706 Drochtersen,
Dr. Benno Jaspers, Culemannstr. 17, 33604 Bielefeld,
Dr. Henry Schneider, Master of Oral Medicine in Implantology, Zahnarzt, Direktor der St.-Josef-Klinik für zahnärztliche Implantologie, Rurstr. 47a, 52441 Linnich,(DeutscheDental.de)
Peter Harnisch, Zahnarzt, Thomastraße 49, 704192 Stuttgart,
Dr. Claus Nordmeyer, Zahnarzt, Rischweg 3, 30559 Hannover,
Dr. Christian Korten, Zahnarzt, Eppinkstrasse 167, 46535 Dinslaken,

Zur Teilnahme an der Leitlinienerstellung: http://www.zmk-leitlinien.de/
(Dieser "Aufruf" wurde gemeinschaftlich im ZMK-Wiki erarbeitet)
Die folgenden Anmerkungen beziehen sich auf meine Urfassung des Aufrufs, bevor dieser gemeinschaftlich im Wiki überarbeitet wurde.

Auf meinen Mailing-Listen habe ich (Michael Logies) auf Nachfrage noch etwas näher erläutert, was ich mir vorstelle (Stand: 23.8.2007):

"Im Kapitalismus ist die wirksamste Kritik das bessere Produkt: Also besser als das, was von der DGZMK kommt."

"ich lade den BVAZ gerne als Erstunterzeichner meines Aufrufes ein (und jeden anderen Teilnehmer hier u. andernorts auch). Ich wollte eine Teilnahme aber allen potentiellen Interessenten erleichtern. Manche von denen werden sich nicht unter das Dach des BVAZ begeben wollen, hätten aber vielleicht keine Probleme, einer offenen, privaten Initiative beizutreten."
(Der BVAZ hat bislang nicht als Verband unterschrieben, aber einige seiner Vorstandsmitglieder und auch angeboten, die Literaturbeschaffungskosten zu übernehmen.)

"Für mich ist ganz entscheidend, daß die Leitlinie in einem internetbasierten Verfahren erarbeitet wird. Präsenzveranstaltungen erreichen nebenbei, daß Praktiker ausgeschlossen werden, weil sie im Gegensatz zu Hochschullehrern nicht nach Lust u. Laune reisen können."

"> Auf der betreffenden Internetseite schreiben Sie u.a. "... Wir
> erinnern daran, daß es für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
> bereits 3 Leitlinien gibt, die im Verfahren der AWMF und nicht mehr
> dem der DGZMK erstellt worden sind. ..."

> Dies könnte den Eindruck erwecken, als stände die DGZMK dabei vor der
> Tür.

Nein, stand sie nicht. Aber sie konnte das Verfahren nicht mehr innerhalb der DGZMK halten, sondern mußte sich an die Spielregeln der AWMF halten, die mehr Beteiligung zu erlauben scheinen. Aber ich will hier die beiden Verfahren nicht vergleichen, weil mir die Insiderinformationen fehlen. Carsten Appel hat auf "Endonews" seine Beteiligung an einem AWMF-Verfahren zur WSR-Leitlinie geschildert. Da wurde mir jedenfalls deutlich, daß das AWMF-Verfahren (halb)öffentliche Kontroverse u. (halb)öffentliche Kompromißbildung bedeutet. Einzelne kommen da nicht mehr mit dem Kopf durch die Wand wie derzeit bei der DGZMK.

Mein Verweis auf AWMF u. Cochrane dient mehr dazu, den Geist zu kennzeichnen, in dem ich mir einen eigenen Leitlinienprozeß vorstelle. AWMF stützt sich ja auch noch auf Präsenzveranstaltungen, die ich vermeiden möchte. Der Geist heißt: Nachvollziehbar, offen für jeden vom Fach, kontinuierlicher Prozeß, methodisch systematisch u. qualitativ hochwertig.

Nur als offener Konsensprozeß, gegen den man inhaltlich später nicht viel einwenden kann, in den Kritiker frühzeitig durch Beteiligung eingebunden werden oder aber sich später den Vorwurf gefallen lassen müssen, warum sie denn nicht mitgemacht haben bzw. sich ab jetzt einbringen (kontinuierlicher Prozeß!), wird www.zmk-leitlinien.de Akzeptanz u. Anerkennung finden können."
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